4. März 2024

Der ungelöste Sanierungsfall

Wie immer dauern in Michelstadt Entscheidungen bezüglich Infrastruktur und städtischen Sanierungsfällen viel zu lange und es mangelt an Ideen, die Attraktivität der Stadt zu erhalten.

Die Zustände in den Sommermonaten rund um die Odenwaldhalle wurden in den Medien bereits ausreichend diskutiert. Diese sind das Ergebnis des maroden Zustandes der Odenwaldhalle.
Nur, die Idee, die Odenwaldhalle einfach nur zu sanieren, greift viel zu kurz. Die Halle sollte einer dauerhaften Nutzung zugewiesen werden. Hier zeigt sich die Stadt Michelstadt mit Ihrem Bürgermeister relativ Ideenlos.
Bündnis 90/Die Grünen und die SPD hatten in der Stadtverordnetenversammlung vom 02.02.2023 einen Antrag zur Nutzung und Sanierung der Odenwaldhalle eingebracht, der von den Stadtverordneten abgelehnt wurde. Man brachte lediglich eine Sanierung auf den Weg, aber ohne Nutzungskonzept. Dies ist in keinerlei Hinsicht sinnvoll, vor der Sanierung, sollte man sich erst einmal ausführlich Gedanken machen, welche Nutzung angedacht ist.
Erst Sanieren und schauen wir mal, wer wie nutz, war der unsinnige Vorschlag der FDP. Die Perspektivlosigkeit in der Michelstädter Stadtpolitik ist für mich äußerst erschreckend! Auch noch mit Ideen zu glänzen, die Halle mit Kegelbahnen und Schießbahnen auszustatten zeigt, in welcher Zeitachse Teile der Michelstädter Parteien stehen geblieben sind. Leute, die 70er- und 80er-Jahre sind vorbei, meine Güte!

Das Echo berichtete schon nach der Stadtverordnetenversammlung:
„Nicht nur mit der Zahl der Kegelbahnen geht es in Deutschland bergab…“ – Wie gut, das Michelstadt jetzt dagegen hält! – „… der Sport hat darüber hinaus auch mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen. Der DKB hatte zu Beginn des vergangenen Jahres etwa 62.300 Mitglieder, darunter rund 10.000 Bowlerinnen und Bowler. Gegenüber 2021 sei die Mitgliederzahl um neun Prozent gesunken – und damit noch einmal deutlich stärker als in den Jahren zuvor mit einem durchschnittlichen Rückgang von fünf Prozent. Dass der Verband Mitglieder verliert, liegt den Angaben zufolge vor allem an der Altersstruktur. Jedes fünfte Mitglied ist 65 Jahre oder älter.“
Dieser Bericht sagt alles aus.

Weiter zitiere ich mal, was die SPD in Michelstadt richtigerweise auf Ihrer Seite schreibt:
„Knappe 12 Millionen soll die Sanierung nach dem bislang favorisierten Architektenentwurf „V01“ kosten, der den städtischen Gremien seit 2021 vorliegt. Preissteigerungen nach aktuellem Index eingerechnet werden das schnell 15, Baufachmenschen reden bereits von 18 Millionen.
Das heißt: Bei derzeit darstellbaren Kreditzinsen von 3% und 2% Tilgung kommen jährlich ca. 750.000 bis 900.000 Euro p.a. an Finanzierungskosten auf die Stadt Michelstadt zu – und das mindestens 30 Jahre lang. Plus Betriebskosten werden das schnell rund 1 Million Euro pro Jahr.
Bei so viel Geld braucht es eine klare Vorstellung darüber, womit die Halle denn mit Leben erfüllt werden soll, also klare Vorstellungen sowohl über die Nutzergruppen und als auch über die Intensität der Nutzung.
Ein pulsierendes Begegnungszentrum für alle Bürgerinnen und Bürger tagsüber Vereinsnutzungen und Veranstaltungen am Abend – wie es sich SPD und Grüne vorstellen?
Oder hin und wieder ein großes Event und zwischendurch ist nix los?
Bloß: Wo nix los ist, lassen sich in der nahen Umgebung gerne Nutzer blicken, die nicht nur die Parteien, die das so wollen, gerne wieder loswerden möchten.“

„ Klar ist: Fördergelder gibt es nur, wenn es klar definierte Nutzungsziele gibt. Genau die sind im rot-grünen Antrag formuliert. Für diese Nutzungsziele stehen eine Menge „Töpfe“ zu Verfügung, von denen auch Michelstadt profitieren könnte:
Förderung national bedeutender Kultureinrichtungen: bis zu 20 Millionen Euro
Denkmalschutz: ca. 50 Millionen Euro
Klimakommunen: ca. 0,5 Millionen Euro
Medienzentren: ca. 125 Millionen
Soziale Stadt/Soziale Integration: Fördergelder und Querförderungen in zweistelliger Millionenhöhe
SPD und Grüne gehen davon aus, dass damit bis zu 50% der Gesamtkosten durch Fördergelder gedeckt werden könnten. ÜWG, CDU und FDP lassen sich zur Mitfinanzierung durch Fördergelder konkret nicht weiter ein. In ihrem Antrag heißt es lediglich:
„Der Magistrat ist angehalten, Fördermöglichkeiten zu akquirieren.“ “

Und nicht nur bei der Odenwaldhalle versagt Michelstadt bisher! Auch bei der Sanierung der Infrastruktur fehlt der Wille, endlich diesen extremen Stau aufzulösen. Noch längeres Hinausschieben kann sich Michelstadt nicht mehr erlauben, in Zukunft ist dieser mit keinem Geld der Welt mehr aufzuholen, er ist aus meiner Sicht jetzt schon kaum überschaubar. Wie lange will man sich touristisch auf dem Rathaus und der Kernstadt ausruhen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden.