29. Februar 2024

Munition für maximal zwei Tage Krieg – NATO-Vorgabe wird nicht erfüllt.

Nach Ansicht vieler Experten ist die Bundeswehr nicht auf einen längerfristigen Konflikt vorbereitet, die Munitionsvorräte würden im Kriegsfall nach Angaben von Experten nur ein bis zwei Tage reichen. Laut NATO-Standard sind aber 30 Tage vorgeschrieben. Dieses Thema ist schon länger bekannt, allerdings bestellt das Bundesverteidigungsministerium nur wenig Munition nach!

Müsste sich die BRD in einem Krieg verteidigen, hätte sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Probleme. Die BRD hat lediglich Munition für ein bis zwei Tage Kriegseinsatz, dies bestätigen Experten und Verteidigungspolitiker im Bundestag. Damit ist die Bundesrepublik nicht in der Lage, die NATO-Vorgaben einzuhalten. Diese geben vor, dass die Munitionsreserven für mindestens 30 Tage halten müssen. Ein Problem, das seit Jahren bekannt ist, Ausbildung und Übungen leiden permanent unter dieser Tatsache, zusätzlich liefert die BRD Munition an die Ukraine, dazu gehören:

  • 167.000 Schuss Handwaffenmunition
  • 1.592 Schuss Artilleriemunition 155 mm
  • 255 Schuss Vulcano Artilleriemunition 155 mm
  • 30.000 Schuss Munition 40 mm

Quelle: Business Insider

Normal wäre jetzt, wenn das Bundesverteidigungsministerium aufgrund der bestehenden Unterversorgung und der Abgabe von Material an die Ukraine, zügig neues Material ordern würde, aber genau dieses passiert nicht. Hier begeht die Bundesregierung in ihrer schlafmützigen Verteidigungspolitik wiederholt massive Fehler, die zugunsten der Sicherheit der BRD gehen. Wann fängt die Politik in Berlin endlich an zu begreifen, dass es hier Handlung und Geschwindigkeit braucht?

Die Wehrbeauftragte Eva Högl beziffert das zusätzlich benötigte Geld für die Beschaffung von ausreichend Munition auf ca. 20 Milliarden Euro. Nächstes Problem ist die nicht ausreichende Menge an Munitionslagern. Manche Experten gehen sogar von einem Wert von 30 Milliarden Euro bis 2030 für dieses Gesamtpaket aus. Das Bundesverteidigungsministerium möchte diese Kosten nicht aus dem Sondervermögen, sondern aus dem laufenden Verteidigungshaushalt bezahlen. Die Wehrbeauftragte Eva Högl mahnt: „Wenn die Zeitenwende gelingen soll, dann muss auf vielen Ebenen etwas passieren“. Dabei wird von Ihr die gesamte Bandbreite von Material, Personal, Infrastruktur, Verfahren, Abläufe, Strukturen, Zuständigkeiten und Verantwortungen genannt und damit liegt sie auch absolut richtig! Dies hätte auch schon längst von der Verteidigungsministerin Christine Lambrecht erkannt werden müssen, das Nichterkennen zeigt das fehlende Verständnis der Zusammenhänge! Ohne dieses Erkennen werden sich die Zustände in der Truppe nicht ändern und mitnichten die volle Einsatzbereitschaft erreicht.

Gerade von den Verfahren und Abläufen bei den Streitkräften ist man bei der Rüstungsindustrie in Bezug auf die Munitionsbeschaffung irritiert. Industrievertreter berichten, dass man nach Russlands Überfall auf die Ukraine angeboten habe, schneller und mehr zu produzieren, etwa in Fabriken in den Dreischichtbetrieb zu wechseln. Bisher gebe es aber keine nennenswerten Bestellungen. Verteidigungsministerium und das Beschaffungsamt der Bundeswehr zögerten. Abgeordnete wie Industrievertreter warnen auch, dass man die Produktionskapazitäten in der Industrie schnell besetzen müsse. Denn aufgeschreckt vom Krieg in der Ukraine bestellt ganz Europa, die Nachfrage steigt schneller als die Produktionsstandorte ausgebaut werden können. Wartet Deutschland zu lange, müsste es mit seinen Bestellungen hinten anstehen. Das zögerliche Handeln von Verteidigungsministerium und dem Beschaffungsamt der Bundeswehr sorgt auch für Unverständnis in der Koalition. Abgeordnete schütteln den Kopf darüber, dass es bei dem Thema nicht schneller vorangeht. „Wir müssen endlich Fahrt aufnehmen“, sagt ein Parlamentarier aus der Koalition.

Immerhin sollen bis Jahresende noch 19 sogenannte „25 Millionen Vorlagen“ geplant sein. Mit diesen Vorlagen werden Beschaffungsprojekte bei der Bundeswehr gestartet. Bei etlichen davon soll auch Munition gekauft werden, unter anderem verschiedene intelligente und besonders weitreichende Granaten für die Panzerhaubitze 2000 sowie 30-Millimeter-Munition für den Schützenpanzer Puma. Auch soll das Budget für Munitionskäufe erhöht werden. Bislang ist dafür eine Milliarde Euro eingeplant, aktuell gibt es den Vorschlag, diese Summe um 237 Millionen Euro zu erhöhen, mancher Abgeordnete spricht sogar von 500 Millionen zusätzlich. Doch selbst das ist zu wenig, um das selbst gesteckte Ziel von 20 bis 30 Milliarden Euro bis 2030 zu erreichen. Wann wachen die Verteidigungspolitiker in der BRD endlich auf? So wird die Sicherheit unseres Landes auf das Spiel gesetzt. Sicherheit besteht nicht nur aus Versorgungssicherheit für die Bürger und die Wirtschaft, sondern nun einmal auch aus der Sicherheit zu wissen, dass die Landesverteidigung von der Bundeswehr zu leisten ist.

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