4. März 2024

Russland plant die Erschließung der Kurilen-Inseln

Auch beinahe 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Streit zwischen Japan und Russland um die Kurilen-Inseln nicht beigelegt. Seit Wochen gewinnt die Auseinandersetzung wieder an Fahrt. Nun kündigt Moskau an, auf der Inselgruppe massiv aktiv werden zu wollen.

Russland will die Kurilen-Inseln vollständig erschließen. Das kündigte der Vize-Ministerpräsident Juri Trutnew laut russischer Nachrichtenagentur Tass während eines Arbeitsbesuchs in der fernöstlichen Region Chabarowsk an. Die Äußerung könnte die Beziehungen zu Japan belasten, das ebenfalls Anspruch auf die vier südlichsten Inseln der Inselkette erhebt. Bereits im August 2021 hatte es Medienberichte gegeben, wonach Russland seine Militärpräsenz auf den Inseln ausbaut.

Japan beansprucht die vier südlichen Kurilen-Inseln als seine nördlichen Territorien. Der Streit reicht bis gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zurück, als die Sowjetunion die Inseln annektierte. Der Konflikt hat bisher die Unterzeichnung eines Friedensvertrags zur formellen Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Tokio verhindert.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine haben sich die Beziehungen zwischen Tokio und Moskau verschlechtert. Das G7-Land Japan hat sich den westlichen Sanktionen gegen Russland angeschlossen. Daraufhin hatte die russische Regierung angekündigt, die Friedensverhandlungen zur formellen Beilegung des Streits nicht mehr weiterzuverfolgen. Japan wolle den Interessen Moskaus mit seiner Haltung zum russischen Militäreinsatz im Nachbarland „Schaden zufügen“, hatte das russische Außenministerium erklärt.

Erst Anfang März hatte Japans Regierung seine Gebietsansprüche erneuert. Außenminister Yoshimasa Hayashi bezeichnete die vier umstrittenen Inseln als „festen Bestandteil“ Japans, wie die japanische Tageszeitung „Sankei Shimbun“ berichtet hatte. Zuvor hatte auch Ministerpräsident Fumio Kishida diese Formulierung benutzt.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa/AFP

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