4. März 2024

Der Westen muss Putins Russland aufmerksamer zuhören

Für Putin hat der Kalte Krieg nie wirklich geendet, für ihn ist das einzig Wichtige Russlands geopolitische Stärke wiederherzustellen.

Teile des KGB (jetzt FSB) sehen den Kapitalismus seit Russlands Übergang zur Marktwirtschaft als Werkzeug, eines Tages mit dem Westen abrechnen zu können, und Putin glaubt, jeden kaufen zu können. Für seine Leute stellt das Vordringen des Westens bis an die russischen Grenzen durch die NATO-Erweiterung eine existenzielle Bedrohung dar, und die Demokratiebewegungen, die prorussische Regierungen in der Ukraine und Georgien stürzten, werden als von den USA finanzierte Revolution betrachtet, nicht als Ausdruck des freien Willens der dort lebenden Menschen.

Der Westen beging den Fehler des nicht richtig Zuhörens bereits 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Putin begann seine Rede mit etlichen provokativen Warnungen Richtung Westen. In ca. 20 Minuten wetterte er gegen die Weltordnung nach dem Kalten Krieg, die die USA als einzige Supermacht dominieren. Wörtlich: „Die USA haben ihre Grenzen in allen Bereichen überschritten. Sie zwingen anderen Staaten wirtschaftlich, politisch und humanitär ihren Willen auf. Und wem gefällt das? Wem gefällt das?“

Er griff die Erweiterung der NATO um die Länder des ehemaligen Warschauer Paktes an. Er verurteilte die amerikanischen Pläne, eines Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien aufzubauen. Die Russen waren seit Langem überzeugt, die Pläne könnten darauf abzielen, russische Nuklearangriffe zu verhindern.

Putins Tirade endete mit einer Warnung an den Westen. Der Kalte Krieg habe ein Minenfeld hinterlassen, das noch geräumt werden müsse. Die ideologischen Stereotype, die Doppelmoral, die Muster des „Blockdenkens“ seien weiterhin vorhanden, während die unipolare Welt, in der die USA alles dominierten, zum Scheitern verurteilt sei: „Dies ist eine Welt mit einem Herrn, einem Souverän. Und das schadet letztlich nicht nur jedem innerhalb des Systems, sondern auch dem Herrscher selbst – denn er wird sich selbst von innen vernichten.“ Die Welt, bemerkte er, verändere sich rasant. Die sogenannten BRICS-Staaten – die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China – würden schnell an Einfluss gewinnen und die Wirtschaftsmacht der Industrieländer herausfordern.

Putin und seine ehemalige KGB-Bande haben die Macht in Russland mit mafiösen Methoden übernommen, diese bestehen aus Kontrolle, Korruption und Machtbesessenheit! Das System, das von den Männern Putins erschaffen wurde, ist ein hybrider KGB-Kapitalismus, der auf die Anhäufung von Vermögen ausgerichtet ist. Damit werden Amtsträger im Westen gekauft, um sie zu korrumpieren. Der Westen soll destabilisiert werden, das ist die Absicht von Putin.

Der Westen muss sich gegen ein Russland wappnen, das versuchen wird, sich die komplette Ukraine einzuverleiben. Auch Georgien und Moldau laufen Gefahr, von Russland angegriffen zu werden, selbst die baltischen Staaten sind gefährdet. So manche Aussage aus der Anhängerschaft Putins, man mache erst in Berlin halt und die geforderte Rückgabe von Alaska an Russland (Forderung von Oleg Matveychev, Berater von Putin), sollten dem Westen zu denken geben. Es sollte jedem die Augen geöffnet haben, was die wirklichen Absichten von Putins Russland sind. Zögern und Zaudern war gestern, jetzt gilt es klare Kante gegen den Kreml zu zeigen, wirtschaftlich als auch erst recht militärisch. Tun wir das nicht, dann brauchen wir uns nicht über eine weitere Aggression von Russland zu wundern.

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