4. März 2024

Der Erdgas-Streit im Mittelmeer droht zu eskalieren. Sondersitzung der EU?

Wieder eskortieren Marineschiffe der Türkei ein Gas-Erkundungsschiff vor die griechische Insel Kastelorizo.

Die Außenminister der EU haben für Freitag eine Videokonferenz, bezüglich der Streitigkeiten zwischen der Türkei und Griechenland um Erdgasvorkommen im Mittelmeer anberaumt! Nachdem die Türkei ein Erkundungsschiff vor die griechische Insel Kastelorizo entsenden will, droht der Konflikt mit dem NATO-Partner Griechenland zu eskalieren. Ankara forderte deshalb eine Sondersitzung der EU-Außenminister. Die EU wollte den Termin zunächst nicht bestätigen. Die EU teilte mit die Sitzung müsse erst vorbereitet werden und dann könne man öffentlich ankündigen.

Die Türkei hat unterdessen angekündigt, sie wolle die Vorbereitung für die Ausbeutung der strittigen Gasvorkommen sogar noch ausweiten! Ende August sollen Lizenzen für Probebohrungen insgesamt neuen Standorten vergeben werden. Die Türkei werde ihr Rechte im östlichen Mittelmeer kompromisslos verteidigen. Dies sagte der Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Die griechische Regierung wiederum kritisierte die Entsendung des Erkundungsschiffes vor die Insel als Bedrohung des Friedens im östlichen Mittelmeer.

Inzwischen hat der Mittelmeeranrainer Israel die griechische Position unterstützt. Israel hat mit Griechenland und Zypern ein Abkommen über den Bau einer Gaspipeline im östlichen Mittelmeer geschlossen. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell warnte vor einer weiteren Eskalation und sagte, die Situation sei äußerst besorgniserregend und muss im Dialog gelöst werden.

Nach Angaben der griechischen Marine befand sich das Erkundungsschiff am Dienstag südöstlich der griechischen Insel Kreta. Es wird von Kriegsschiffen der türkischen Marine begleitet und von griechischen Marineschiffen begleitet. Die Mission des Erkundungsschiffes soll bis zum 23. August andauern. Griechenland hält solche Erkundungen in seinen Hoheitsgewässern für Illegal. Der Konflikt ist eine schwere Krise für das NATO-Verteidigungsbündnis, da beide Länder in der NATO Mitglied sind. Wie wird die NATO reagieren, wenn es zwischen zwei Mitgliedern zu einer Auseinandersetzung kommen sollte?

Die Lage ist wohl durch das in der vergangenen Woche geschlossene Abkommen zwischen Griechenland und Ägypten weiter eskaliert, da sich die Türkei durch dieses Abkommen provoziert sieht. Die Türkei hatte im vergangenen Jahr wiederum ein Abkommen mit der Einheitsregierung in Libyen abgeschlossen, um sein Seegebiet auszuweiten. Dieses Abkommen wird wiederum von Ägypten, Zypern und Griechenland nicht anerkannt.

Es wird zu sehen sein, wie sich die beiden Länder weiter in diesem Streit verhalten! Präsident Erdogan betreibt hier ein gefährliches Spiel, indem er den Konflikt ständig anheizt.

Quellen: RND, t-online, Spiegel / Bildquelle © ffikretow

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